Grüne: Elbvertiefung überflüssig!
Pressemitteilung vom 14.07.2010 13:37, Bündnis90/DIE GRÜNEN im Landtag Niedersachsen
Angesichts des ersten gestern in Hamburg eingetroffenen Containerschiffs der Megaklasse "CMA CGM Christophe Colomb" fordern die Landtagsgrünen Wirtschaftsminister Bode auf, der erneut geplanten Elbvertiefung das niedersächsische Einverständnis zu versagen. "Eine weitere erneute Elbvertiefung wird mit der Fertigstellung des Tiefwasserhafens überflüssig wie ein Kropf", so die hafenpolitische Sprecherin Elke Twesten in Hannover.
"Mit dem Jade-Weser-Port stehen in der Deutschen Bucht künftig Umschlagsanlagen für alle erdenklichen Schiffsgrößen zur Verfügung. Eine parallele Vertiefung der Elbe zur besseren Erreichbarkeit Hamburgs mit eben jenen Mega-Containerschiffen ist infrastrukturell unsinnig und verschwendet Steuergelder in Millionenhöhe. Es gibt aus unserer Sicht überhaupt keine Notwendigkeit eine erneute Elbvertiefung weiter zu verfolgen", so Twesten. Stattdessen könne Niedersachsen auf diese Weise eine lange überfällige Kooperation der norddeutschen Seehäfen in die Wege leiten und für eine entsprechende Konkretisierung des lange angestrebten Nationalen Hafenkonzepts sorgen.
"Vertreter unterschiedlicher Verbände fordern seit Jahren ein vernünftiges auf Arbeitsteilung zwischen den Häfen angelegtes Nationales Hafenkonzept, das mit vernünftigen Ansätzen zu füllen ist, wo welche Löschvorgänge für welche Schiffsgrößen am sinnsvollsten platziert werden können", so Twesten. "Wir brauchen eine abgestimmte Hafenpolitik statt dreier Tiefwasserhäfen, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Die hafenpolitische Kleinstaaterei hat mit effizientem Haushalten und einer zukunftsfähigen und ökologischen Hafenpolitik nichts zu tun." Bund und Länder planten dagegen eine Hafeninfrastruktur, als ob das Geld auf der Straße läge. Außerdem gehe es selbstverständlich darum, der fortschreitenden Umweltzerstörung durch unverantwortliche Flussvertiefungen Einhalt zu gebieten, so die Grüne abschließend.






